Manufakturen im Herbstlicht - bei Esther Ackermann
Wenn das Licht weicher wird und die Tage kürzer, verändert sich nicht nur die Natur, auch das kreative Arbeiten im Kunsthandwerk bekommt eine andere Tiefe.
Wir nehmen Dich mit dorthin wo edle Schönheit entsteht - in die Schmuckwerkstätten im EdelSteinLand. Wir treffen Menschen, die mit dem Herzen schaffen und wir sprechen mit ihnen darüber, wie der Herbst sich in ihrer Arbeit spiegelt. Jedes Gespräch öffnet ein anderes Atelier, eine andere Vision, eine andere Geschichte. Gemeinsam erzählen sie von der Magie des Gestaltens, von Inspiration aus der Natur und von einer Spur aus Stille und Wärme, die diese Zeit mit sich bringt.
Die Wichtelwerkstatt inmitten idyllischer Natur, Basaltsteinen & wohlgenährter Vögel
Wir blicken nochmal zurück in den Herbst 2025: Es hatte gerade den ersten Schnee gegeben in den letzten Novembertagen und ein Besuch in einer Schmuckmanufaktur ist genau einfach das Richtige für einen kühlen Nachmittag. Deshalb nehmen wir Dich jetzt mit nach Oberbrombach zu Esther Ackermann.
Ein Hauch von verwunschener Märchenkulisse oder einer Art Hunsrücker Auenland empfängt einen, wenn man bei Esther auf den Hof einbiegt, denn man wird von einem hübschen Fachwerkhaus mitten im Grünen und mit Blick auf den Hunsrück-Hochwald begrüßt.
Hm, zumindest im Sommer hat es eine Fülle von Grün, im bissl unwirtlichen Grau des Novembernachmittags wirkt es tatsächlich noch ein wenig verwunschener mit der zarten Schneeschicht hie und da, den braunen Blättern auf dem Gehweg durch den Garten, größtenteils bereits kahlen Zweigen am riesigen Laubbaum vor Esthers Werkstatt, viel sattgrünem Moos und noch mehr Vögeln, die durch die Zweige hüpfen.
“Bei uns sind immer ganz viele Vögel unterwegs”, erzählt Esther mit einem Lachen, “die lieben unsere Vogelhäuschen und im Frühjahr sind sie alle dick und rund, weil mein Papa sie so mit Futter verwöhnt. Auch die Eichhörnchen lieben das Vogelfutter und tummeln sich hier.. die turnen so heftig darin rum, dass manchmal der ganze Pilz (= Futterplatz in Form eines Fliegenpilzes) wankt und schwankt. Und ab und zu schaut dann noch der Fuchs vorbei… “ .
Ja, in und um ihre Werkstatt herrscht sowas wie ein perfektes Idyll, mit der ganzen Familie, der struppigen Katze, der Natur rundherum und einer regen Betriebsamkeit in der Werkstatt.
”Besonders jetzt ist viel zu tun… es gibt Bestellungen für Weihnachten, aber auch neue Ideen, die wir ausprobieren.” “Wir” das ist auch ihr Papa, ebenfalls Goldschmied und derjenige, der Esthers Liebe für das Goldschmiedehandwerk geweckt hat. Auch heute noch kommt er immer wieder zu ihr in die Werkstatt und geht ihr zur Hand… “mein Schleifsklave” wie sie mit einem Augenzwinkern in seine Richtung erwähnt.
Auch mit Esther haben wir ihre Gedanken und Tätigkeiten im Herbst genauer beleuchtet:
Was gibt es Besonderes/Neues im Herbst bei Dir?
Sofort holt sie aus der Schublade einzelne Fragmente einer Silberkette und einem mattschwarzen Stein, sowie einen passenden Ring dazu und breitet sie auf dem Werktisch aus. “Das wird eine ganz klassische Y-Kette mit einem Anhänger und dazu ein passender Ring. Beides mit schwarzem Basalt und einem Brillant. Der Basalt ist hier von unserem Grundstück, die liegen hier überall. Unser Haus wurde nämlich zum Teil in den Fels gebaut, somit musste ein Teil des “Berges” weggenommen werden. Als Steinliebhaber sammle ich da natürlich und der Kopf arbeitet sofort an Ideen.
Ich habe mich ganz bewusst für den hiesigen Basalt entschieden, weil ich mit dem Schmuckstück der Trägerin ein Stück Heimatliebe nahe bringen möchte.
Auch kommen der Basalt und der Diamant beide ganz tief aus der Erde - der Erdkruste - und sind somit auf bestimmte Weise schon durch ihren Weg nach oben miteinander verbunden. Im Schwarz zu Weiß ergänzen sie sich zudem ganz wunderbar.
Diese neue Serie “Orbit” ist für mich etwas ganz Besonderes, mit dem ich meine Naturverbundenheit und meine gestalterische Leidenschaft verbinden kann.”
Nach diesem kleinen Ausflug nach draußen, wo Esther die unter Herbstlaub versteckten und teils vermoosten Basaltbrocken zeigt, kehren wir in die Werkstatt zurück.
Hier herrscht Kreativität pur - auf dem Werktisch mit allerlei Werkzeug, das Esther bei ihrer schöpferischen Handarbeit benötigt, mit all den unterschiedlichen Maschinen rundherum, an denen die einzelnen Arbeitsschritte auf dem Weg zu den bezaubernden Schmuckstücken stattfinden und in den Glasvitrinen mit all den funkelnden, wundervollen Schmuckstücken, von denen man immer neue Varianten entdeckt.
Gleichzeitig kommen im Gespräch Themen auf, wie sie sich mit einer Weiterbildung zur Gemmologin zB einen großen Wunsch für sich selbst erfüllt hat und wie sehr ihr dieses neu erworbene Wissen Erfüllung und gleichzeitig neue Inspiration für ihren Schmuck gibt. “Es bringt mich sehr zum Nachdenken, was einen Stein so einzigartig macht. Und dann gehe ich mit einer ganz anderen Einstellung in die Gestaltung.”
Was ist Dir besonders wichtig in der Gestaltung Deines Schmucks
Ich möchte mich mit dem Für und Wider auseinandersetzen, mich mit ganz anderen Dimensionen beschäftigen. Ein Schmuckstück mit Geschichte ist in seiner Einzigartigkeit für mich so viel wichtiger als eine Präzision und Perfektion.
Wie arbeitest du denn am liebsten?
Ich bin kein “Reißbrettmensch”, kein Zeichner, kein technischer Gestalter… bei mir ist alles intuitiv und ich will alles mit meiner Hand machen, ohne technische Unterstützung in 3D oder ähnlichem. Ich arbeite dann vielleicht manchmal umständlicher, aber ich kann immer sagen, es ist zu 100 Prozent meins!
Was ist im Herbst und Winter für Dich anders als in den übrigen Monaten des Jahres?
Ein typischer Herbstmoment ist für mich das veränderte Licht - es ist weicher, es umschließt irgendwie alles und macht die Natur ruhiger. Wenn man wie ich in der Natur lebt und arbeitet, merke ich ganz intensiv diesen Wandel vom Rührigen, Geschäftigen in eine stillere und ruhigere Zeit. Das finde ich sehr schön, weil es auch mich innerlich bißchen zur Ruhe bringt. Dieses Gefühl des Getrieben-seins lässt nach und ich bin total gern in der Werkstatt. Ich liebe am Jahresende das sanfte Zur-Ruhe-Kommen und den wundervollen Blick von meiner Werkstatt über die Felder in den herbstlichen oder winterlichen Wald.
Wirkt sich dieses Gefühl auf Deine Arbeit aus?
In der Gestaltung kommen dann natürlich mehr die Herbstfarben. Aber oftmals habe ich in der Zeit vor Weihnachten gar nicht so die Zeit, mir darüber bewusst zu werden. Dann fühle ich mich irgendwie manchmal wie der Weihnachtswichtel, der dafür verantwortlich ist, dass die Weihnachtswünsche tatsächlich pünktlich unterm Weihnachtsbaum liegen.
Magst Du mehr sehen von Esther, dann schau doch mal auf unsere EchtEdel Seite.

